Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
  • test

Interkommunale Sportentwicklungsplanung für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg

1. Ausgangslage
Der Sport im Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg steht vor vielfältigen Herausforderungen: Der demografische Wandel, aktuelle und absehbare Entwicklungen im Bildungs- und Betreuungsbereich, knapper werdende öffentliche Finanzen und weitere gesellschaftspolitische Entwicklungen fordern den Sport und seine Akteure sowie die Kommunen heraus, eröffnen aber auch neue Chancen.

Die Anforderungen an den Sport werden immer komplexer und anspruchsvoller. Der demographische Wandel, aber auch die zunehmende Individualität in der Sportausübung haben spürbare Auswirkungen auf die Nutzerzahl von Sporteinrichtungen, den Mitgliederbestand der Sportvereine und auf die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit in den Vereinen.
Das veränderte Sportverhalten der Bevölkerung führt zu veränderten Nachfragen und Bedarfen an Sport- und Bewegungsräumen in der Kommune bzw. in der Region.
Integration und Inklusion gewinnen auch oder besonders im Sport zunehmend an Bedeutung. Darüber hinaus spielen ökologische Gesichtspunkte (Klimawandel, Energiestandards usw.) eine wichtige Rolle.
Um vorhandene Ressourcen sinnvoll und nachhaltig einsetzen sowie Entwicklungs-potenziale, aber auch Veränderungsdruck in den Sportvereinen und in den Kommunen erkennen zu können, bedarf es einer belastbaren Grundlage und darauf basierend einer vorausschauenden Planung.
Diese Planung darf nicht auf die Ortsgrenzen beschränkt bleiben, sondern muss interkommunal auf die Region des Lebens- und Wirtschaftsraumes Rendsburg abgestimmt sein.
Nur so wird es gelingen, Sportangebote, Sport- und Bewegungsräume und Sport-strukturen zukunftsorientiert zu schaffen bzw. weiter zu entwickeln und damit dem Sport die für unser Gemeinwesen so hohe Bedeutung zu erhalten.

Im Übrigen darf nicht verkannt werden, dass eine gute Sportinfrastruktur in der Vielfalt und Qualität der Angebote, aber auch in der Unterschiedlichkeit der Anbieter und Träger ein Standortfaktor für unsere Region ist.
Auf der Basis einer Sportentwicklungsplanung kann diese Erkenntnis und die gemeinsame Verantwortung (Kommunen und Sportvereine) für ein regional überzeugendes Sportangebot etabliert und gestärkt werden.

In diesem Zusammenhang treten die Sportstätten als eine der zentralen Grundlagen und Ressourcen des Sports zunehmend in den Vordergrund politischer und fachlicher Diskussionen. In den siebziger Jahren boomte der Sportstättenbau; die damalige Typenvielfalt der Sportanlagen orientierte sich an dem Bedarf des Schulsports und einem in Sportvereinen organisierten Leistungs- und Breitensport. Diese Anlagen sind in die Jahre gekommen und oftmals nicht mehr zeitgemäß. Neben der Sanierung und Modernisierung dieser Sportstätten sind gegebenenfalls  bedarfsgerechte Ersatzplanungen erforderlich.

Der Landesentwicklungsplan des Landes Schleswig-Holstein verweist ausdrücklich auf den Grundsatz der vorausschauenden und interkommunal abgestimmte Entwicklungsplanung.

Aus den vorgenannten Gründen hat der Verwaltungsrat der Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts auf Empfehlung ihres Vorstandes am 25. Mai 2016 beschlossen, in Kooperation mit dem Kreissportverband Rendsburg-Eckernförde (www.ksv-rd-eck.de) und mit Unterstützung externer Berater eine interkommunale Sportentwicklungsplanung für die 13 Kommunen des Lebens- und Wirtschaftsraumes Rendsburg durchzuführen.
Die dafür erforderlichen Kosten trägt die  Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg AöR. Dabei kann die Entwicklungsagentur auf Fördermittel der Europäischen Union zurückgreifen.

Die Entwicklungsagentur für den Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts ist ein Zusammenschluss aus den Städten Rendsburg (ca. 28.000 Einwohner) und Büdelsdorf (ca. 10.500 Einwohner) und den Gemeinden  Alt Duvenstedt, Borgstedt, Fockbek, Jevenstedt, Nübbel, Osterrönfeld, Rickert, Schacht-Audorf, Schülldorf, Schülp/Rendsburg und Westerrönfeld. Insgesamt umfassen diese 13 Städte und Gemeinden ca. 74.000 Einwohner. In diesen Städten und Gemeinden sind in ca. 70 Sportvereinen rund 18.400 Mitglieder verzeichnet.

2. Ziele des Projektes
Die Erstellung der interkommunalen Sportentwicklungsplanung soll dazu beitragen, dass

-    die sportlichen Aktivitäten in allen Bereichen (Schulsport, Breitensport, Leistungssport, organisierter Sport, Individualsport, etc.) im Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg gestärkt und damit die Bewegungs- und Gesundheitsförderung optimiert werden
-    die Motivation, sich im Bereich des Sports für das Gemeinwesen zu engagieren, gefördert wird
-    Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit im Bereich des Sports erfasst, bewertet und nutzbar gemacht werden.
-    die Vernetzung, Begleitung/Unterstützung von Kooperationsprozessen aller relevanten Akteure im Bereich des Sports optimiert wird
-    zeitgemäße, zukunftsfähige, bedarfsgerechte und nachhaltige Sportangebote/Sportstättenangebote (Sport- und Bewegungsräume) in den Kommunen und der Region geschaffen werden
-    die Effizienz und Transparenz der Sportstättennutzung und –bewirtschaftung erhöht wird
-    Finanzmittel der Kommunen und der Vereine effektiver für den Sport eingesetzt werden
-    das Interesse an sportlicher Aktivität in der Bevölkerung gesteigert wird
-    eine größere Identität der Einwohnerinnen und Einwohner mit der Standort-gemeinde, dem Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg und dem Kreis entsteht
-    rationale und objektive Planungsgrundlagen für künftige Entscheidungen der Gemeinden, des Kreises und der Sportvereine geschaffen werden und damit die Grundlagen für eine qualifizierte Weiterentwicklung gelegt werden
-    für alle Akteure mehr Planungssicherheit entsteht
-    der Lebens- und Wirtschaftsraum Rendsburg positiv entwickelt wird
-    die Bedeutung des Sports für das Gemeinwesen gestärkt wird

3. Verfahren
I. Externe Unterstützung durch ein erfahrenes Beratungsunternehmen

Um operative und strategische Ziele in einer interkommunalen Zusammenarbeit zu erreichen, wird mit Unterstützung des erfahrenen Beratungsunternehmens IKPS aus Stuttgart auf der Grundlage eines bundesweit anerkannten Standards ein methodisches Verfahren durchgeführt. Das Ziel dieses Beratungsunternehmens ist die Organisation und Dokumentation der Erstellung eines interkommunalen Sportentwicklungsplanes in Abstimmung mit dem Auftraggeber.

Dazu wird das Beratungsunternehmen IKPS unter anderem regionale Bestandsaufnahmen durchführen bezüglich Bevölkerungsstruktur und -prognose, Schülerzahlen, Sport- und Bewegungsräumen, organisiertem Sport innerhalb und außerhalb von Vereinen, kommunale Sportförderung und sportpolitischer Dokumente.

Die Datenerhebung wird neben der Angebots- und Mitgliederstruktur der Vereine auch den Sanierungsstand der kommunalen Sportstätten und deren Belegungspläne beinhalten. Ergänzend sollen die Daten der Sportanbieter außerhalb des organisierten Vereinsports erfasst und aufbereitet werden.

Auf der Basis dieser Daten wird das IKPS Bedarfsanalysen erstellen, den Ableitung des Sportstättenbedarfs und Prognoseabschätzung ableiten, strategischen und operativen kommunalen Ziele der Sportentwicklung für den Lebensraum Rendsburg entwickeln und seine Empfehlungen regional in lokalen Planungsbezirken und der Öffentlichkeit präsentieren und zur Diskussion stellen.

II. Lenkungsgruppe

Zur Begleitung des interkommunalen Sportentwicklungsprozesses ist eine Lenkungsgruppe zur operativen Steuerung eingerichtet. Die Lenkungsgruppe steuert den Planungsprozess und hat gegenüber der Entwicklungsagentur AöR eine Beratungsfunktion. Der Lenkungsgruppe gehören Vertreter der Kommunen, der Vereine, des Kreisportverbandes und ein Vertreter der Schulen an.
Aufgaben der Lenkungsgruppe:
-    Kick off und Vorbereitung
-    Vorstellung der Zwischenergebnisse
-    Begleitung und Steuerung der Ableitung von operativen und strategischen Zielen und Maßnahmen
-    Abschlusspräsentation der Ergebnisse und Übermittlung an die Entwicklungsagentur, die Kommunen, Vereine und sonstigen Beteiligten

Sofern die Ergebnisse und Ziele durch die beteiligten Kommunen akzeptiert werden, könnte die Lenkungsgruppe in zeitlich größeren Abständen die weitere Umsetzung und ggf. Evaluierung begleiten.

III. Regionale Planungsgruppe

Die Arbeit der Lenkungsgruppe soll durch die Einrichtung einer regionalen Planungsgruppe unterstützt werden, welche die konkreten Ziele und Maßnahmen für die Sportentwicklung in der Region erarbeitet. Sie besteht aus einem erweiterten Kreis von Vertretern der Kommunen, Verwaltungen, Sportvereinen, Schulen, sozialen Vereinen, Behindertenbeauftragten, Gleichstellungsbeauftragten und anderen wichtigen „Stakeholdern“. Die Einzelheiten der Besetzung werden im weiteren Verfahren mit der Lenkungsgruppe und dem Beratungsunternehmen abgestimmt.




Entwicklungsagentur Rendsburg